Kooperation mit der Kundschaft

On the fly statt „Erscheinungsdatum“

Häufig bestehen Missverständnisse darüber, wie „Webdesign“ eigentlich im Auftrag funktioniert. Anders als sonst in der IT werden viele Online-Auftritte im „Web 2.0“ on-the-fly entwickelt, was bedeutet, sie entstehen buchstäblich vor den Augen der Kundschaft oder des Publikums.

Das bedeutet, sie werden im Entstehungs-Stadium nicht beworben, Surfende, die zufällig darauf stoßen, erkennen eine Seite, die „im Werden“ ist, und das ist einkalkuliert.

Tests, Unvollkommenes und Fehler werden in Kauf genommen, weil

  • das Entwicklungstempo unendlich schneller ist
  • die Kosten dadurch klein gehalten werden

(Mehr dazu im Beitrag über Online-Publishing als Auftrag)

Fertigprodukt gegen „Maßanfertigung“

„Pakete“ sind auch im Service sehr üblich. Das Paket bedeutet für den Kunden, er erhält eine feste Leistung zum vorab angekündigten Festpreis.

Das erspart das „Pflichtenheft“, das im Grunde noch Vertragsanbahnung ist und allein schon langwierige Verhandlungen erforderlich macht. Ein umfassendes, fair gestaltetes Pflichtenheft lohnt sich auch erst bei Großaufträgen und solchen, die sich über mehrere Monate hinziehen.

Das Paketangebot lässt natürlich so gut wie keine Gestaltungsfreiheit. Es ist ein vorgefertigter Block, der mit fertigen Inhalten zu befüllen ist und nicht nur Dinge vermissen lässt, die man gern hätte, sondern auch andere mitbringt, die man gar nicht braucht oder will. Diese Art von Paket ist im Bereich des Online Publishing die Webseite zum Festpreis oder der Firmenkatalog mit festgelegter Anzahl an Seiten und vorgefertigtem Layout.

Diese Art Schablone steht im Markt in hartem Preiskampf und muss sich für den Anbieter ja lohnen, entsprechend groß muss die Zahl der Abnehmer sein. Schon damit ist festgelegt, dass Individualität und Betreuung weitgehend wegfallen. Es bedeutet aber AUCH, und das wird oft vergessen, dass für die Suchmaschine ein Baukasten erkennbar ist, der anzeigt, dass ein stereotypes Informationsangebot mit Minimal-Aufwand dem Ganzen zugrunde liegt.

Maßgeschneiderte Webseiten

Die „Maßanfertigung“ heißt im Jargon meist „custom made“ und ist eine Webseite, die in Absprache und laufender Kooperation mit der Kundschaft entwickelt wird. Sie zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  1. das Projekt kann mit dem Plan der Kundschaft wachsen und sich entwickeln
  2. die Kundschaft hat direkte Kontrolle, Einblick in den Produktionsablauf und völlige Transparenz (Planungssicherheit)
  3. Neu auftretende Probleme werden direkt erfasst und können sowohl den Arbeitsplan als auch die Kostenplanung abändern
  4. Die Methode ist agil, versatil und hoch flexibel

Alle Nachteile der Methode sind im Grunde Eigenschaften von Punkt 4: vieles ist nicht von Anfang an absehbar, die Kostenplanung ist nicht abgeschlossen, sondern offen bzw. die Kosten sind laufende Kosten, und viele Probleme zeigen sich erst im Laufe des Projektes. Das Unabsehbare ist Teil solcher Projekte, Entwicklungsarbeit und ständige Plan-Anpassung gehören dazu, so dass Planungssicherheit nur durch Rahmenbedingungen erreicht werden kann.

Diese können durch eine Budget-Vereinbarung wie etwa Höchstgrenzen abgesteckt werden.

Die wichtigste Rahmenbedingung kommt von der Technik und besteht darin, dass die Entwicklung in Modulen vor sich geht, die stufenweise entwickelt werden, sowie durch Offenheit und Übertragbarkeit des Projektes: die Kundschaft ist zu jedem Zeitpunkt des Projektes in der Lage, das Projekt an eine andere Firma zu übertragen – oder andere hinzuzuziehen -, ohne das Projekt zu gefährden. Dies geschieht vor allem durch Verwendung von kooperativer, verbreiteter Software und Einhaltung verbreiteter Standards (so wenig proprietäre Formate wie möglich).

Fazit zu Webseiten-Entwicklung „on the fly“

Ein offenes Konzept wie die Entwicklungen von Internet-Auftritten „live“ oder „on-the-fly“ ist, ist weniger planungssicher aber viel flexibler und daher für Internet-Unternehmungen vorzuziehen. Entsprechend der Tatsache, dass das Web ab Version 2.0 ein STREAM ist, kann damit auf Änderungen, neue Anforderungen und auch auf das Feedback der Kundschaft umfassend reagiert werden. Dadurch ist zugleich auch eine langfristig sinnvollere Budget-Nutzung vorgegeben, da keine Einmal-Investitionen, sondern fluide Aufwandsmengen eingesetzt werden. Letztlich ist dies im Marketing des Web 2.0 unverzichtbar, denn ein Angebot, das in einer einzelnen Phase guten Anklang findet, kann schon eine Saison weiter auf Desinteresse oder sogar Ablehnung stoßen. Das kann nur durch fortlaufende und flexible Bearbeitung eines Internet-Auftritts erreicht werden.

#agil #flexibel #Web2 #transparent

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