Organische Werbung

Keine maschinellen Tricks!

„Vorfahrt kommt von Links“, denkt sich der Schlauberger, und kauft 400.000 Links aus Pakistan. Alternativ bereist er das interaktive Netz, zB die Blogosphäre, und streut Links zu sich selbst, etwa indem er mitteilt:

„Tolle Webseite hier – meine ist auch ganz toll unter WWW.SCHAUT-ALLE-MAL-HIERHIN.COM“

Außedem setzt Schlauberger unmäßige Haufen von Links auf seinen Seiten zu seinen eigenen Zielseiten (Landing Pages), weil Google ja sicher zu blöd für solche Tricks ist.

Google ist dafür nicht zu blöd und reagiert so, wie unsereins reagiert, wenn er tausendmal dasselbe hört: mit Überdruss.

Tatsächlich versucht der Algorithmus ja, den menschlichen Suchenden, den Fragesteller zu imitieren – und das gelingt mit jedem Tag besser. Was MENSCHEN nerven würde, sollten wir daher besser lassen: Irreführung, Manipulation, stur maschinenhafte Wiederholung.

Wie schon öfters gesagt, kann eine MASCHINE maschinenhaftes Arbeiten ja erkennen. Der Zauber liegt aus Sicht der Maschinen im Chaos, in jener unwiderstehlichen Zufälligkeit, die nur das wirkliche Leben produziert.

Echte Links zu verkaufen

Wenn man schon Verstärkung durch Links einkauft, sollten diese ECHT und verständig sein. Denn HINWEISE auf etwas, das den Hinweis verdient, sind sinnvoll und werden weder von Menschen noch Maschinen verachtet.

Es ist, wie einst ein Werbefachmensch sagte: Ohne Werbung verkaufen zu wollen, ist, wie einem attraktiven Mitmensch im Dunkeln zuzublinzeln. Man selbst weiß, was man tut, aber die andere Seite erfährt niemals davon.

Dementsprechend ist eine SINNVOLLE und absolut faire Methode, Vielschreibern wie etwa Bloggern, einen Grundauftrag zu geben, der etwa lautet: „Bitte setzen Sie inhaltlich sinnvolle Textlinks aus Fließtext zu unseren Inhalten“. Dabei darf die Erwähnung sein, wie sie will, der Schreibende ist da sehr frei: nur muss die Erwähnung ORGANISCH sein.

Was sind organische Links?

Organische Links sind inhaltlich sinnvolle Verweise auf verwandtes Material, Hintergrundinformationen oder Beispiele. Im Bereich der SEO oder „Suchmaschinenoptimierung“ bestehen sie einfach in Hyperlinks zu einer Landing Page – also einer Zielseite.

Wichtig ist dabei, dass der Artikel oder das Dokument, aus dem verwiesen wird, erkennbar und ehrlicherweise nicht ausschließlich den Sinn hat, ein Linkträger zu sein – sonst schreiben Sie nur eine Linkfarm. Der Link-Effekt ist dann am größten, wenn der Artikel NICHT ausschließlich von der Landing Page oder deren Inhalten redet, wenn er einen Mehrwert für das Internet – also einen Informationsgewinn – darstellt, und wenn er originell und originär ist. Der ganze Sinn der organischen Verlinkung besteht darin, dass sie BEILÄUFIG erfolgt.

Außerdem soll organische Verlinkung nicht nur scheinbar, sondern auch in Wirklichkeit das Ziel eines echten Links erfüllen: sie soll einen MEHRWERT schaffen, indem sie einen zusätzlichen inhaltlichen Vektor in das Dokument einfügt. Verweise können funktionell folgendes sein:

  1. Belege / Fundstellen
  2. Beispiele
  3. Inhaltlich weiterführende Texte
  4. Andere Sichtweisen: Argumente pro oder kontra
  5. Organisation und Strukturierung
  6. Sinnbrüche
  7. Inhaltlich parallel gelagerte Dokumente (kaum Mehrwert, nur Bestärkung / Betonung)

Diese willkürlich sortierte Liste soll zeigen, dass aus Sicht des Algorithmus der Suchmaschinen – ausführende Programme der Suchmaschine sind die „Crawler“ – der NUTZEN eines Links sehr unterschiedlich sein kann. Nr. 6 beispielsweise kann ein Link sein, der aus einem Artikel über Atomwaffenkontrolle zu einer Verkaufsseite zeigt, die frische Erdbeeren anbietet. Ein derartiger Link wird weder das verweisende Dokument noch die Zielseite in der Suchmaschine aufwerten. Weiterführende Texte oder gar strukturierende Verweise zu Unterkapiteln hingegen nimmt die Suchmaschine genauso ernst wie ein menschlicher Leser, und genau hier liegt das, worum Sie sich bemühen sollten: Echtheit.

Setzen Sie Links auch nicht permanent zur selben Landing Page oder aus nur ein und derselben Domain, damit bringen Sie Google nur bei, dass bei Ihnen alles derselbe Käse ist. Bleiben Sie bunt, abwechslungsreich, kurz: chaotisch.

Der Erfolg organischer Links liegt also darin, dass Sie eine Artikelschmiede oder eine Blogredaktion engagieren sollten, die Texte ganz allgemein erzeugt, und Links zu Ihnen setzt, wo dies

  • sinnvoll für den Leser
  • inhaltlich angebracht
  • glaubhaft

ist. Links aus dem Fließtext sind dabei nach allgemeiner Ansicht besonders wirksam, ich rate aber davon ab, sich auf solche Überlegungen auch nur einzulassen: setzen Sie Links so, dass die Lesenden etwas davon haben – dann werten sie Dokumente auf. Links können in Grafiken, unter Tabellen oder in eigenen Absätzen stehen – die Entscheidung sollte danach fallen, wie es den höchsten Informationswert hat, nicht danach, was Google am meisten beeindruckt.

Links bezahlen?

Organische Links, die den beschriebenen Qualitäts-Standard erfüllen, können dann auch entgolten werden. Das ist weder unfair noch hat Google etwas dagegen, schließlich werden auch Zeitungsartikel im Interesse von Anzeigenkunden geschrieben und durchaus lesenswerte Fachgutachten von Pharmafirmen beauftragt. Wer WIRKLICH fair sein sollte, sollte allerdings kenntlich machen, dass er Geld für Verweise nimmt, oder dass der Artikel bezahlte Links enthält. Die Grenzen sind allerdings fließend, und aus meiner Sicht ist das wichtigste Kriterium das der inhaltlichen Aufrichtigkeit. Ein Link, der Schlechtes für gut erklärt, ist eben eine Lüge. Ein Link, der eine Firma in dem inhaltlichen Kontext erwähnt, in dem sie eben steht, HILFT dieser Firma in Google, ist aber dennoch kein Schwindel.

Kriterien für das Bezahlen von Links können die Länge des Textes, die Popularität (Klickraten / Impressions), die Originalität und die ANZAHL der ausgehenden Links sein. Absolutes Minimalkriterium ist, das Google das verweisende Dokument überhaupt KENNT – sonst ist der Link nur Augenwischerei, oder Betrug.

Fazit

Links organisch zu setzen, ist das, was gute Schreibwesen ohnehin tun – WENN es nötig ist und nützt. Artikel wie dieser hier, die selbst link-arm sind, vertreten schon dadurch deutlich eine originelle, aber trotzdem wenig widersprochene Meinung: dass Context King ist, dass Inhalte wesentlich sind und dass bei der Verlinkung der innere Zusammenhang von Texten und Themen wesentlich ist, all das wird kaum jemand bestreiten können.

Es bedeutet natürlich ein tieferes Verständnis für den Inhalt der Zielseite, SINNVOLLE Links setzen zu können. Darum sollte das beauftragte Blog von jemandem betrieben werden, der in der Lage ist, wenigstens ansatzweise mitzureden. Auch dieser Punkt ist im heutigen Netz immer wichtiger, denn am meisten schreiben und verlinken in allen Bereichen die – die Text nicht verstehen. Suchen Sie Partner, mit denen Sie ein organisches Verständnis verbindet; von denen werden Sie organische Links erhalten, die es wert sind.

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