Hate nicht mit Hate bekämpfen

Es ist keine neue Erkenntnis, dass man den Hass nicht verringert, indem man ihn mit Hass beantwortet. Nicht nur Martin Luther King und Gandhi vertraten diese Ansicht, auch die Marketingforschung stellt immer wieder fest, dass Überzeugung nicht durch Aggression übertragen wird: Vorwürfe, Anprangerung und Beleidigung sind Werkzeuge des Populisten.

Außerhalb des populistischen Bereichs kann man nur mit Attraktivität arbeiten. Keine Firma der Welt macht Werbung, indem sie die Konkurrenz-Produkte als schlecht hinstellt, häufig aus dem simplen Grund heraus, dass die meisten Argumente, die GEGEN den Konkurrenten sprechen, auch gegen das eigene Produkt sprechen. Limonade-Marken können einander nicht vorwerfen, sie seien ungesund oder überflüssige Luxusgüter.

Hinzu kommt, dass die VERBREITUNG eines Begriffes diesem Durchschlagskraft verleiht. Das galt für Donald Trump, dem die Hasstiraden seiner Gegner eher nützten als schadeten, es gilt für den Terrorismus, für Selbstmord und für viel Negatives.

Im Unbewussten, speziell bei Kindern, gibt es ohnehin keine Verneinungen. Das Unbewusste des Kindes, dem man den Spruch „ich-habe-keine-Angst“ beibringt, kann mit der abstrakten Kategorie des „keine“ und mit der Logik der Verneinung nichts anfangen. Im Unbewussten verankert sich daher nur „Angst-Angst-Angst“, weshalb man besser mit Ideen wie Mut, Stärke oder Freude operiert.

Seltsamerweise gilt der gleiche Zusammenhang für Google und andere Suchmaschinen, die die Bedeutung eines Begriffes nicht an der WERTUNG, sondern der Häufigkeit festmachen. Das ist sogar sinnvoll: Covid19 soll nicht so wichtig sein, wie es GUT ist. Insofern ist die Warnung vor einem Thema auch immer eine Werbung, was eine der grundlegenden Paradoxien in der Drogenpolitik ist.

Diesem Paradoxon kann man nicht entgehen, da es Themen gibt, vor denen man warnen MUSS. Dass dadurch bei einem gewissen Prozentsatz des Publikums ein gegenteiliger Effekt entsteht, muss in alle derartigen Maßnahmen eingerechnet werden. Warnen ist nicht grundsätzlich richtig oder falsch, es muss das Ausmaß und die Art der Warnung sorgfältig dosiert werden. Ein Beispiel für den Versuch einer Gegensteuerung sind Berichte über Suizid, unter denen in zahlreichen Veröffentlichungen standardmäßig die Kontaktadressen von Hilfsorganisationen publiziert werden.

Dass die Thematiken WACHSEN, die man mit AUFMERKSAMKEIT füttert, ist also ein alter Hut, der im Zeitalter der Suchmaschinen stärker relevant ist als zu irgendeiner anderen Zeit.

Die derzeit zu beobachtende SPALTUNG in vielen westlichen Gesellschaften hat zahlreiche Effekte, die unterschiedlichen Seiten nützlich sind: sie treibt Zuschauerquoten und Verkaufszahlen nach oben, aktiviert Wählergruppen und lässt unliebsame Themen in Vergessenheit geraten.

Leider führt sie auch dazu, dass politisch neutrale Themen wie Seuchenschutz politisiert werden, was aufgrund der allgemeinen Betroffenheit der Menschheit an sich fatale Folgen hat. Nicht nur in den USA, auch in Europa bemächtigen sich die Partei-Apparate des Themas Seuchenschutz und erklären die Haltung der Seuche gegenüber nicht für eine übergeordnete Notwendigkeit, sondern für eine Frage der politischen Präferenz.

Damit werden nahezu automatisch Legionen von Verweigerern des Seuchenschutzes erzeugt, was zur Ausbreitung der Krankheit Covid19 überproportional beitragen könnte.

Der Versuch, Covid19 durch Dämonisierung der „Corona-Leugner“ zu bekämpfen, führt vor diesem Hintergrund zu mehr Problemen als Lösungen. Hier ein Aufsatz zu diesem Thema.

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