Sinnloses Posting / SEO Quark

Nur lesen, wenn Sie sich für Google interessieren.

Jede/r hat schon Blödsinn eingegeben. Wir alle haben unanständige Wörter, den Namen von Omas totem Hund oder das Geburtsdatum unseres Hausmeisters eingegeben, sowie Allgemeinbegriffe wie „Durst“, „Sex“ oder „Blau“, einfach um zu sehen, was rauskommt.

Was Sie aber möglicherweise noch nie getan haben, ist, Abfragen zu starten, die kein sinnvolles Ergebnis haben KÖNNEN.

Zeichenketten wie:

xzuawer

pföng

lala &$% Pföng !! 1847

oder

)(/%&$

liefern durchaus Informationen darüber, wie die Suchmasch funktioniert. In der letzten Zeile etwa ignoriert sie alle Zeichen vor dem Ampersand (auch „kaufmännisches Und-Zeichen“ genannt) und gibt für dieses einen sinnvollen Treffer aus.

Der Begriff in der ersten Zeile führt zu einer Art Linkfarm, deren Existenz immerhin interessant ist.

Wie Google übernehme auch ich keine Haftung für das Anklicken unseriöser Webseiten 🙂

Tatsächlich existiert eine Art „graues Web“ da draußen, eine Welt unfertiger, sinnloser oder vielleicht auch unseriöser Webseiten, die die Suchmaschine trotz allem mit indiziert. DASS sie das tut, schafft eine Möglichkeit für Suchmaschinen-Beeinflussung, die in der Semantik des Nonsens stattfindet. Hier geht es nur noch um Links und die Häufigkeit von Zeichenketten in einem Dokument.

Warum das schwierig zu erforschen ist? Weil die Firma Google solche Seiten nicht schätzt – sie verursachen unproduktive Arbeit und liefern den Suchenden technische Informationen über den Algorithmus, beides Dinge, die kommerziell gesehen ein Angriff sind.

Derartige Seiten sind das genaue Gegenteil von gutem Inhalt oder „Content“: unstrukturiert, unlesbar, lesefeindlich.

Wie sie trotzdem von den Crawlern indiziert werden, ist also in gewisser Weise genauso aussagekräftig: es lässt sich über solche Seiten ablesen, welche Textproblem MEHR und welche WENIGER stören.

Auch die Toleranz der Ähnlichkeitsersetzung der Suchmaschine ist interessant, zB wird für den obigen Term „Pföng“ ohne weiteres „Pfennig“ als Korrektur angeboten. Dass „Pföng“ noch zum semantischen Wortfeld von „Pfennig“ gehört, ist immerhin interessant, umso mehr, als „Pfennig“ ja seit einer gewissen Zeit aus der Mode kommt.

„Suchmaschinen-Optimierung“ ist eigentlich ein irreführendes Wort, genau wie „Bauchreden“. Denn was optimiert wird, sind ja wir, die Texter, oder vielmehr unsere Erzeugnisse. Fehlerseiten oder Fehlersuchen geben uns aber einen nützlichen Eckpunkt der Orientierung. Wenn man Texterzeugung genauso kalibrieren will wie die Fließbandstrasse einen Montageroboter, ist nicht nur wichtig, welche nützlichen Eigenschaften man dem Werk mitgeben will, sondern auch, welche schädlichen Eigenschaften man vermeiden sollte.

Ich ermutige Sie daher zu Fehlschreibweisen. Nicht nur bei der Abfrage, auch in Ihrem Text sollte ruhig mal ein Fehler oder ein verkorkstes Wort vorkommen. Nicht nur, dass dies Ihre Seite datentechnisch signiert und glaubwürdig macht; es gibt Ihnen eine Möglichkeit, Ihren Umgang mit der Suchmaschine scharfzustellen wie den Sucher eines Fernglases.

Gutes SEO entsteht aus Fehlern und Irrtümern ebenso wie aus Genauigkeit und Planung.

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