Übersetzen als Autorin oder Autor

Der Sprachenmarkt ist im Aufbruch. Neuerdings liest man vermehrt von Angeboten an freie Autoren, als „freiberufliche“ Übersetzer tätig zu werden.

Übersetzungen in andere Sprachen sind ein wichtiges Thema. Dazu muss man wissen, dass seriöse Übersetzungen ausschließlich von Muttersprachlern der Zielsprache angefertigt werden. Angebote an Menschen, deren Muttersprache Deutsch ist, als Übersetzer ins Englische tätig zu werden, sind darum definitiv unprofessionell.

Übersetzer/innen sind dabei auch im Regelfall spezialisiert, der Markt ist groß und gesättigt. Viele große Agenturen haben sich hier etabliert, die kurze Deadlines und reelle Preise anbieten. Die Preise schwanken dabei, je nach Schwierigkeitsgrad des Textes, zwischen EUR 0,06 pro Wort und EUR 0,25 pro Wort (was ein sehr hoher Preis etwa für fachlich extrem schwierige Techniktexte wäre).

Man geht bei sprachbezogenen Dienstleistungen von Normseiten. Wie diese definiert sind, sollte man zu Beginn klären, da die Beschreibungen abweichen. WikiPedia meint dazu:

Der Umfang einer Normseite beträgt je nach Definition und Quelle zwischen 25 Zeilen mit durchschnittlich 40 Schriftzeichen (ohne Leerzeichen), also etwa 1000 Schriftzeichen (ohne Leerzeichen), und 30 Zeilen mit maximal 60 Anschlägen (inkl. Leerzeichen), also etwa 1800 Anschläge (inkl. Leerzeichen).

Abweichend kann eine Normseite auch so definiert werden:
Eine Normseite hat für uns 1500 Zeichen, eine Normzeile 55 Zeichen, jeweils mit Leerzeichen. Eine Normseite besteht damit aus circa 250 Wörtern.

Aus diesem Grund gehen Übersetzer meist von der reinen Wortanzahl aus. Hier wird mittlerweile massiv mit Automatikhilfen gearbeitet, die in der Regel einen Behelfsdraft erstellen und als Leitfaden dienen können. Bislang gibt es noch keine Übersetzungstechnik (Stand: 2018), die ohne menschliche Überarbeitung fehlerfreien Text produziert.

Leider ist die Arbeit des Übersetzenden häufig nicht hoch angesehen. Das sollte man berücksichtigen, wenn man diese Tätigkeit, etwa als kreativ schreibender Mensch mit großem Sprachtalent, anbietet: es macht sich im Portfolio nicht bemerkbar. Umso mehr, als gerade kreativ Schreibende sich fragen lassen müssten, warum sie nicht lieber eigene Texte in der fremden Sprache verfassen statt fremde zu übersetzen. Denn die Entlohnung ist nicht umwerfend: ein nur 100 Seiten starkes Buch mit 25.000 Wörtern würde, im einfachsten Fall (z.B. Kinderbuch) ungefähr EUR 1.500,- erbringen; wobei die Übersetzung auch Begabten und Geübten Zeit abverlangt. Bei täglich fünf Seiten Übersetzungsleistung würde das Projekt immer noch 20 Tage dauern, also einen Arbeitsmonat; und dann werden Korrekturfahnen hin- und hergesendet, denn kein Kunde akzeptiert den First Draft einer Übersetzung ohne Kritik.
Eine Übersetzungsagentur ist hier, leider, meist schneller und effizienter als ein/e einzelne/r Autor/in, so dass schon ein besonderer Grund anliegen muss, um Einzelkämpfer zu beauftragen. Das wird meist der Preis sein. Ist es das Renommée des Schreibenden, etwa weil sie oder er als Blogger berühmt ist, muss man sich fragen, ob das der Reputation gut tut, weil Arbeit und Entlohnung immer noch in einem recht mauen Verhältnis stehen.

Absolut abzuraten ist von der Entlohnung durch Sachleistungen, etwa Online-Werbung oder Marketing. Gute Arbeit wird in Europa für Geld geleistet. Wer andere Gegenlseistungen anbietet oder annimmt, hat sich damit aus dem professionellen Bereich verabschiedet.

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