Auftragstroll

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Auftragstroll (c) Eddie Briebrecher

Auftragstrolle treiben Propaganda. Sie sind schlecht bezahlte Minijobber, die für Firmen, Parteien oder, noch trauriger, nur für deren Strohmänner arbeiten. Regierungen, Konzerne, aber auch schon kleine Lokalpolitiker wurden beim Einsatz solcher Auftragsschreiber beobachtet.

Das Profil der Auftragstrolle ist häufig lieb und langweilig: Pferde- und Katzenvideos, Geburtstagsgrüße und meist nichts bis wenig über ein eigenes Leben oder gar eine eigene Meinung. Klar, idealerweise ist der Account unverdächtig: Katzenvideos werden von finsteren Faschisten und gestörten Linksextremisten gleichermaßen gemocht, so dass ein solcher Account jede Weltsicht vortäuschen kann. Auch schützen Pferde-Fotos manchmal davor, reflexartig geblockt zu werden, wenn ein Posting zu grob war.

Auftragstrolle gibt es in jeder Form und Größe — es können Agenturen sein, russische Schattenministerien, indische Callcenter und chinesische Hacker. Manche Auftragstrolle setzen auch „Bots“ ein, also Programme, die automatische Nachrichten verbreiten. Natürlich steckt auch dahinter immer ein Mensch.

Ihr Tätigkeitsfeld ist groß:

  1. Standpunkt-Megaphon
    Viele Auftragstrolle sind nur dazu da, bestimmte Botschaften zu verbreiten, damit beim Publikum der Eindruck entsteht, der entsprechende Standpunkt hätte großes Gewicht.
  2. Disruptoren
    Andere arbeiten dafür, Diskussionen zu polarisieren und Extreme zu verstärken, etwa, indem sie die „Nazikeule“, den „Kommunismusvorwurf“ oder das „rassistische Vorurteil“ in Diskussionen einführen, was die meisten Diskussionen zuverlässig abwürgt.
  3. Werbetrolle
    Auftragstrolle sind natürlich auch im Auftrag von Firmen oder Parteien unterwegs und tun dann so sympathische Dinge wie Fehlinformationen zu verbreiten, gegen politische Standpunkte zu hetzen oder Produkte zu bewerben. Wobei Produktwerbung nicht per so trollisch ist, sondern nur dann, wenn der Werbende unter falscher Flagge segelt, also nicht klar macht, dass er gerade WERBEN WILL.

Leider ist eine steigende Anzahl der Trolle im Netz dieser Art zuzuordnen, und fast jede Troll-Art kann eine Unterart des Auftragstrolles sein. Da sie bezahlt sind, sind sie unermüdlich und gegen persönliche Kritik immun.

 



gesundheitsschädlich – kein fairer Diskutand, keine verlässliche Informationsquelle, Propagandagefahr

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