Deutscher Musikpreis „echo“ 2018

Bundesverband Musikindustrie e.V.
„echo“ Musikpreis 2018
Reinhardtstraße 29
10117 Berlin

Ihre Preisverleihung an Felix Blume und Farid El Abdellaoui

„Ich werde ihre Show nie wieder einschalten und keines ihrer Produkte kaufen und nicht bremsen, wenn Sie mir vor den Wagen laufen“
[Zitat gibt meine Gemütslage, aber nicht meine Absichten wieder. Stammt aus: „Die Simpsons“, S02E09]

 

Sehr geehrtes „echo“ Team,

mit erstauntem Ekel lese ich, dass Sie antisemitischer, frauenfeindlicher, homophober Hetze nicht nur eine Plattform bieten, sondern sie auch noch mit einem Preis bedenken.

Mir fehlen die Worte dafür, wie falsch, pervers und widerwärtig ich das finde.

Das Argument dafür, diese „Rapper“ nicht nur zu Ihrer Veranstaltung zu laden, sondern obendrein zu prämieren, sind anscheinend die Verkaufszahlen. Es gibt einen Markt. Mit demselben Argument könnte man natürlich auch Sklaverei, Drogenhandel und Terrorismus prämieren – alles Dinge, die gut zu der Spielart des „Rap“, für die Sie werben, passen.

Gewaltverherrlichung und Rassismus hat nichts mit „Provokation“ zu tun. Genausowenig ist ein Faustschlag kreativ oder Einbruchdiebstahl ein „Happening“. Dass die Volksverhetzung sich bei uns anscheinend eine Zeitlang hinter Unverstand und Inkompetenz verstecken kann, macht sie nicht weniger kriminell – und was Sie da hofieren, ist nunmal Hetze der übelsten, allerübelsten Art.

IRONIE: Erlaubt Ihre Kunst-Auffassung es auch, KZs als „Aktionskunst“ und organisierten Völkermord als „Grenzfall“ zu werten? Vielleicht arbeiten Sie ja auch an einer historisch-künstlerischen Retrospektive über Dr. Joseph Goebbels, den es neu zu bewerten gilt – aus Ihrer originellen Perspektive? /ENDE IRONIE

Ich hätte nicht für möglich gehalten, in diesem Land je erleben zu müssen, dass Judenhass wieder ins Rampenlicht gestellt und mit Preisen bedacht wird.

Ihre miserable Veranstaltung verdient es, sofort abgeschafft zu werden. Ich werde jede Initiative unterstützen, die Ihnen die staatlichen Mittel kürzt und jede/n Politiker/in loben und fördern, die/der das befürwortet.

Was ich über die Menschen denke, die diese Entscheidung trafen, kann man nicht zu Papier bringen, daher überlasse ich es Ihrer Phantasie, die meine immerhin übersteigt – wenn auch nur im Bereich des Abscheulichen. Schämen Sie sich. Mögen Sie nie Opfern der widerwärtigen Mobmechanik begegnen, die Sie befeuern.

Entsetzt und angewidert,

Timmo Strohm

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