Warum Sie dieser Initiative zum Thema Kuschwurblimutz nicht beitreten

Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Thema, das Sie interessiert.

Nennen wir es mal das Thema „kuschwurblimutz“.

Nun hat jemand genau dazu soeben eine INTERNET PLATTFORM eröffnet. Feinfein, das klingt ja – Sie sagten es oben – interessant. Also schaun Sie sich die Sache mal an.

Aha, man hat ein schickes Logo, das eine englischsprachige Abkürzung darstellt. OK. Man benutzt auch brav alle buzzwords des Moments, soweit erstmal unauffällig. Warum soll der Brotlaib nicht, übertreiben wir mal, „Carbohydrate Powerpack“ heißen… wenn das Mümmeln den Essern dann mehr Spaß macht, bitte.

Betrieben wird die interessante Seite von einem „Präsident“, was schön ist… tatsächlich stehen genau drei Macher hinter der Seite, die das nebenberuflich tun. „Präsident“, also „Vorsitzender kann man sich natürlich schon dann nennen, wenn man zu zweit sitzt… nur wenn man ganz allein am Tisch ist, muss es anders heißen, vielleicht „Sedent“. Nen Verein gibts auch, also sind irgendwo mal, wenigstens für kurze Zeit, sieben Teilnehmer gewesen. Die aber nicht aufgeführt oder beschrieben werden (?).

Man hat bereits „Follower“… auf facebook… die allesamt wenig mehr tun, als sich selbst zu hypen. Ein paar Dutzend. Mhm.

Nichts gegen Startups, wir fangen alle irgendwann an. Aber vieles auf der Seite passt einfach gut zu diesem „Präsident-von-drei-Leuten“: es gibt einen Pressespiegel, der wieder abgeklemmt wurde, weil man nicht weiß, wie man ihn denn nun eigentlich macht und Copyright-Bedenken hat. Das ist so, als ob es in nem Restaurant keine Speisekarte gibt, weil der Wirt sagt, er könne keinen Kopierer bedienen. Seltsam ist, dass der LEERE Pressespiegel aber da bleibt, denn man will natürlich schon sagen, dass man in der Zeitung war, nicht wahr… was ungefähr so ist, um im Vergleich zu bleiben, als ob die Speisekarte zwar im Gastraum rumliegt, aber weißes Papier enthält.

Für Kommerzialisierung ist das im Grunde etwas früh. Damit hat man aber bereits eifrig angefangen, ebenso natürlich mit einem Shop, in dem die drei Teilnehmer und die paar Dutzend facebook-freunde Tassen und T-Shirts kaufen können, die nichts anderes zeigen als das LOGO dieser Aktion.

Das heißt, Sie dürfen Geld ausgeben, um Werbung für diese Internet Plattform zu machen. Wenn schon, dann hätten Sie wahrscheinlich lieber n schönes T-Shirt zu dem Thema gehabt, das mich interessiert, zu kuschwurblimutz nämlich.

Sie können MITGLIED werden und solln natürlich sofort Beitrag zahlen. Aha.

Immerhin, irgendwas muss sich mal getan haben. Es gibt „offene Treffen“ in mehreren Städten, die aber ziemlich mickrig aussehen. Es gibt eine „Hauptversammlung“, die sich dadurch auszeichnet, dass sie „nur für Mitglieder“ sei… nun, die meisten Vereinstreffen bestehn darin, dass der Verein sich trifft. Ist ne Sitzung ÖFFENTLICH, dann muss es hingeschrieben werden. Es ist, als ob Familie Meier per Extraschild an die Haustür schreibt, dass in dieses Haus nur Meiers reindürfen… diese Betonung der Exklusivität kommt seltsam rüber, etwas übertriebenst.

Alle Ideen des Vereins kommen unter mächtigen Bezeichnungen daher. Man hat die Sowieso-Autobahn, den Irgendwas-Fundus, das „organisierte Netzwerk“… naja, ein unorganisiertes Netz nennt man in der Fachsprache ein Knäuel oder auch „Wirrwar“. Die „örtlichen Gruppen“, von denen es vier mit je zwei Teilnehmern zu geben scheint, können sich „nach Kreis oder Kanton“ einordnen… ein „Kanton“ ist noch gar nicht dabei, und der entsprechende Begriff wär eben „Bundesland“, aber nicht „Kreis“.

Zu guter Letzt werden die „örtlichen Gruppen“ auch noch gleich mit dem FACHBEGRIFF „öG“ beschrieben, der Vereinsname abgekürzt und ein und dieselbe Info mal im krebsroten Hochplopper, mal im Textlink und mal als Menüpunkt angeboten. Das scheint Ihnen bei nem Internet-Auftritt mit ganzen dreizehn Seiten, von denen mindestens vier das wiederholen, was schon woanders steht, dann doch ein wenig Overkill.

Vielleicht liegt es an diesem amerikanischen Präsidenten „Trump“, dass die Aufgeblasenen und Schaumschläger es im Netz langsam schwerer haben. Dieselbe Initiative, die einfach sagt: „Kuschwurblimutz ist toll! Und wir Drei backen deswegen diese tollen kleinen Brötchen aus kuschwurblimutz!“ – die hätte Ihnen vielleicht gefallen. Und Sie oder ich, wir hätten diese kleinen Brötchen vielleicht gemümmelt.

Der „Carbohydrate Powerpack“, den mir „eine der öG“ durch Ihren „Präsident“ verkaufen will… den kann er sich in eins der Löcher in seinem „organisierten Netz“ stecken.

Denn Sie und ich, wir sind einfach Internet-User. Und leere Versprechungen… die finden wir oft genug

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