Facetten einer Zusammenarbeit

Das Kunstkabinett Stacheder beginnt ein Sponsoring-Programm

Kunst und Kommerz zusammenzuschalten, bringt viele Menschen zum Naserümpfen. Kunst, das hat doch frei zu sein, unbelastet von materiellen Zwängen, und überhaupt – leben diese ganzen Künstler nicht ohnehin von Löwenzahn, den man an jedem Straßenrand grasen kann?

Wer so denkt, hat keine Ahnung von Kunstgeschichte, denn alle Künstler, die heute bekannt sind, hatten entweder einen Auftraggeber oder Sponsor, oder sie bemühten sich darum. Gleiches gilt für jeden lebenden Künstler, von denen, halten zu Gnaden, ich einen ganzen Haufen kenne. Und wer so denkt, letztlich, der hat noch nie erlebt, was für ein furchtbares Grausen aus Selbstmitleid und Angekotztsein (um bösere Worte zu vermeiden) der Besucher einer voll subventionierten Theateraufführung spürt. Wer´s bis zur Pause nicht schafft, das weitgehend leere Theater zu verlassen, den hat wahrscheinlich der Schlag getroffen.

Aus heutiger Sicht geht es darum, den Akzent richtig zu setzen. Kennen Sie die Geschichte von den Mönchen, denen verboten wurde, beim Beten zu rauchen? – Es wurde wieder erlaubt, als sie den Antrag stellten,

beim Rauchen beten zu dürfen.

Ganz ähnlich auch der Ansatz dieser Agentur, die die Ehre hat, die Ravensburger Künstlerin Annette Stacheder zu vertreten. Die Kunst zu kommerzialisieren, klingt falsch. Den Kommerz etwas künstlerischer zu gestalten, klingt dagegen erfreulich und korrekt…

Man könnte auch sagen, dass brotlose Kunst vielleicht noch vertretbar ist, aber kunstloses Brot in jedem Fall eine Schande. Dementsprechend wurde auf der Kunstnacht 2015 im Kunstkabinett Stacheder erstmals ein inhaltlich passendes, hoch exklusives Catering angeboten.

Lesen Sie auch den Bericht über das Kunst-Event im Atelier Stacheder.

Hier dagegen soll kurz aus Marketing-Sicht ein Einblick in die Wirkungen geboten werden. Auftrag war es, die Künstlerin und den Feinkost-Betrieb wirksam zusammen auftreten zu lassen.

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Rommelspacher Delikatessen – Wichtigste Feinschmecker-Adresse im Bodenseegebiet

Getreu dem Prinzip des Medienmix wurde hierfür ein aktuelles Event ausgewählt. Das Kunstkabinett verzeichnet bei der Kunstnacht in der Regel 100 – 200 Besucher aus Weingarten, Ravensburg und Umgebung.

Obwohl eine Kunstausstellung natürlich ein Kunstmoment ist – für jedes Atelier ist sie auch eine Werbeveranstaltung. Da die Ausstellung eine Objektinstallation war, konnte Kunst an diesem Abend nicht käuflich erstanden werden; der Eintritt war frei.

Als Werbemittel wurden eingesetzt:

Aushang und Beschreibung der Internet-Adresse des Catering-Anbieters, mit abreißbarer Internet-Adresse

QR-Codes auf den Aushängen

Flyer, Prospekte und Visitenkarten

Als Mitveranstalter stellte ich fest, dass die Wirkung des Catering als Werbemittel deutlich war: der Name des Caterers und die Qualität der Produkte waren sofort Thema. Es spielte vermutlich eine Rolle, dass die angebotenen Speisen (italienische Edelsalami, französischer Rivière, Schweizer Gruyère und aus Österreich stammendes Sauerteigbrot) passend zur künstlerischen Thematik gewählt worden waren und dies auch thematisiert wurde. Dies gehört zum Standard-Vorgehen der Künstlerin, die Musik, Texte und eben auch den gastronomischen Teil ihrer Veranstaltungen gern stimmig hält, so dass ein Gesamt-Erlebnis für die Besucher entsteht.

Die QR-Codes wurden kaum abgescannt, die Abreißzettel dagegen wurden genutzt und vor allem Flyer und Visitenkarten mitgenommen.

Das Kunstkabinett wirbt im Gegenzug für das Catering auf einigen seiner Internet-Seiten für den Gastronomie-Betrieb Rommelspacher, der in der Hauptsache nicht Endkunden, sondern Geschäfte beliefert.

Der Ausblick beider Unternehmen – auch ein Künstler-Atelier ist eines – ist dabei, die eigene Online-Präsenz zu verstärken und auf den jeweiligen Internet-Auftritten nicht nur für einander zu werben, sondern auch in einem hiesigen Online-Kaufhaus zu verkaufen.

Ziel dabei ist, ein Publikum zu erreichen, dass nicht „Salami“ und nicht „ein Bild“ kaufen möchte, sondern eben diese eine spezielle Salami und dieses eine spezielle Bild.

Das macht das Bild nicht zur Salami und die Salami nicht zu Kunst. Es geht mehr darum, im Besucher einer solchen Veranstaltung ein Gefühl für das Besondere zu wecken und ihm zu zeigen, dass es abseits der Kaufhäuser eine Welt gibt, die ihre Daseinsberechtigung aus einem hohen Qualitäts-Standard zieht.

natürlich können Sie einen Wandschmuck aufhängen, der aus einer großen Möbelhaus-Kette stammt. Sie können auch billige Dauerwurst essen, und das tun wir ja auch alle manchmal.

Sinn einer solchen Veranstaltung ist es, gerade abseits der Industrie-Warenflut eine Nische zu schaffen. Sie mögen sagen: 150 Leute ist aber keine großartige Reichweite.

Diese 150 Besucher hatten aber etwas, was der Betrachter einer Zeitschriften-Werbung (Reichweite bis zu 50.000 Rezipienten) oder eines Fernseh-Werbeclips nicht hat und nicht haben kann: ein Erlebnis, das alle Sinne anspricht, zusammen mit einer echten Begegnung. Die Nachhaltigkeit eines solchen Erlebnisses lässt sich nicht mit dem vergleichen, was in Ihrem Kopf bleibt, wenn Sie an einem Plakat vorbeigehen.

Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Besucher, die auf einer Veranstaltung etwas Exquisites gesehen oder gekostet haben, später danach suchen, ist hoch; dieser Artikel wird in den kommenden Monaten Updates dazu liefern, wie die Kampagne sich entwickelt.

Kunst ist ein Erlebnis. Gutes Essen sollte auch eines sein.

Anliegen dieser Kampagne ist es, beides sinnvoll zu verbinden.

Sie werden sehen.

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