Faire Online-Shops

Fairness setzt sich als Handelsprinzip mehr und mehr durch. Im Marketing erlebe ich täglich, dass die Kunden sich dafür interessieren, ob ein Produkt fair gehandelt und fair erzeugt wurde.

Das ist nicht nur gefühlige Rührungshökerei: hinter dem Interesse an Fairness steht auch ein völlig rationaler Beweggrund.

Schließlich wird in Ländern, in denen auf gerechten Lohn geachtet wird, meist auch eine funktionierende Infrastruktur vorliegen. Bessere Arbeitsbedingungen sind auch hygienischere Arbeitsbedingungen. Eine Kultur, die darauf achtet, Menschen nicht zu versklaven, wird auch Tiere besser behandeln – zumindest sind die meisten höher entwickelten Kulturen auch von einer Art des moralischen Konsens geprägt.

Wer das für ein Vorurteil hält, sollte sich klarmachen, dass die Abwesenheit eines Moralkonsens fast automatisch zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und des Tierschutzes führt.

Ähnliches gilt auch für die Nahrungsproduktion: es ist eben schwierig, in verseuchter Umwelt Bio zu produzieren, so dass Bioprodukte ihre Umwelt positiv beeinflussen.

Wichtig ist aber auch, dass wir diese Produkte mit einem anderen Gefühl zu uns nehmen: wer will schon vom Leid anderer leben?

Reden wir es uns nicht schön: das alles hat Grenzen. Es gibt Betrügereien, es gibt sehr unterschiedliche Standards, und auch für Bio-Soja wird Regenwald abgeholzt, wenn wir nicht hinschauen.

Dennoch: der total rücksichtslose Kapitalismus ist out, weil der Konsument verstanden hat, dass rücksichtslos hergestellte Produkte gefährlich und ungesund sind. Uncool sind sie auch.

Ein kurzer Rundblick bestätigt das auch für den Bereich der Online-Werbung: Faire Shops werden immer zahlreicher. Eine kurze Beispiel-Liste:

Liste bei „fair zieht an“

Liste bei „fair trade“

Liste bei „fairer handel aktuell“

Auch regionale Shops gibt es inzwischen, die außer auf fair trade auch auf Regionalität setzen und um ihre Kunden mit dem Argument werben, dass die Produzenten der Produkte ihre Nachbarn sind. Selbst in meiner näheren Umgebung. Ein Beispiel dafür ist Wick Lebensart, eine Marke aus Ravensburg, die von Anfang an mit Firmen vor Ort zusammenarbeitete und auch dies im Webshop deutlich zum Ausdruck bringt.

Bio, Fairtrade, Nachhaltigkeit, Slow Food – all das sind Begriffe, die aus dem Handel nicht mehr wegzudenken sind. Es ist, als hätten die globalisierten Supermultis mit ihrer Politik des Preisdumping, der Sklavenarbeit und der ständigen Senkung der Qualitätsstandards zu unser aller Nachteil eine Art Bedürfnis erzeugt. Einen Hunger nach ehrlicher Qualität; nach richtigem Essen, gefahrlosem Kinderspielzeug, Originalartikeln. Einen Durst nach Individuellem statt der ewig gleichen Plastiksülze.

Meinen verkaufenden Kunden sei gesagt: darauf sollten Sie eingehen. Wer diese positiven Begriffe für sich vereinnahmen kann und sich zu Recht auf sie beruft, wird auf Jahre hinaus eine wachsende Kundschaft verzeichnen, die nicht nur zuverlässig wiederkommt – sondern sogar noch dankbar ist.

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