Ohtkot

Mit einer Internet-Adresse umzuziehen, kann sehr lästig sein.

E-Mail-Adresse und Telefonnummer zu behalten, ist eine Sache. In der Regel ist man selbst allein daran interessiert. Internet-Adressen (z.B.: http://www.ICH-BIN-EINE-TOLLE-ADRESSE.de) sind anders. Viele wollen sie, speziell dann, wenn sie schon beliebt sind. Auch der Kampf um Markenrechte tobt wie wild im Internet, und viele Rechtsstreitigkeiten werden ausgefochten.In der Regel klebt man daher sehr an seinen Adressen.

Dennoch gibt man mal eine auf, beispielsweise dann, wenn der Kunde zu einer anderen Firma wechselt. Das geschah auch mir, sei es, weil der Kunde mit meiner enormen Unfähigkeit unzufrieden war, sei es, weil er meine Nase nicht riechen konnte.

Kein Problem.

Ich gebe alle wesentlichen Infos weiter, aber eine spezielle Info habe ich einfach noch nicht: den geheimen Code, den man braucht, um die Berechtigung an der Internet-Adresse nachzuweisen.

Ähnlich wie den Fahrzeugbrief erhält man ihn nur, wenn man bestimmte Formalien gegenüber der zuständigen Stelle erfüllt… und ähnlich wie auf dem Amt kann die Sache etwas dauern.

So wartete ich auf den Code, um ihn meinem Kunden und dessen Beauftragten zu übermitteln. Und jetzt kommt´s: man nennt diesen Code den „Authentifizierungs-Code“, kurz „Auth-Code“. Andere Namen gibt es auch, z.B. „Authinfo“, „EPP Key“, „Domain Key“, aber deutsche Webmaster (mein Job) sagen eben „Authcode“. Das hat sich eingebürgert.

Was sich nicht eingebürgert hat, ist eine einheitliche Aussprache.

„Authcode“ stammt aus dem Englischen und wird daher auch englisch ausgesprochen, so wie eben schon das Wort „Code“, das die meisten kennen und richtig aussprechen.

Aber „AUTH“??

Eigentlich spricht man es so wie den Beginn des Wortes „Authority“, das phonetisch so aussieht:

authority-phonetic

Es geht eben um das offene, tiefe „O“ am Wortanfang, auf das ein englisches „TH“ folgt, wie in „the“ zu sprechen.

Und so begannen die Anrufe.

Der erste Anrufer war mein Kunde; er bat mich, den Ohtkot zu beantragen. Nachdem ich begriffen hatte, was er meinte, schrieb ich eine Mail, er sei beantragt.

Bald darauf rief sein neuer Webdesigner an: Man brauche nun den Autkaud. Ich teilte mit, dass der Autkaud innerhalb von etwa 48 Stunden vom Provider übermittelt werden würde.

Nicht lange danach hatte ich den Werbe-Beauftragten an der Strippe, der mich bat, nun endlich den Oskout zuzuschicken. Leicht genervt und leicht eklig, wie ich dann eben bin, teilte ich mit, der EPP Key brauche ein kurzes Weilchen, ich würde auf den ISP warten. Stille. Dann fragte er aufgeregt jemanden an seinem Ende der Leitung, was denn das nun wieder sei?
Es handele sich um den Authcode, erklärte ich, und sprach das Wort – auch das aus Bosheit, wie ich zugebe – korrekt aus. Ach so! schrie er, und erklärte mir, den EPP Key brauche man selbstverständlich auch, aber am wichtigsten sei der Oskout.

Nach etwa zwei Tagen wurde der Code zugeschickt, und ich vergaß prompt, ihn zuzuschicken. Kurz nach dem Wochenende rief mich eine Kollegin des Werbebeauftragten an: „Nach einem Oskodeh soll ich fragen.“

Ich übermittelte die Daten.

Nach einiger Zeit erhielt ich ein Fax: „ein Ipipi Key“ würde noch fehlen – das hätte man sich aufgeschrieben.

So rächte es sich, dass ich mit „EPP Key“ herumgenervt hatte. Die Lösung war jedoch einfach: ich erklärte einfach, es handele sich dabei um die IP-Adresse und sendete sie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s