Kostenlose Services im Internet

Als Webdesigner, SEO oder Internet-Agentur ist es unvermeidlich, kostenlose Services in Anspruch zu nehmen.

Viele Services im WWW sind kostenlos; schon beim Versenden einer beliebigen E-Mail nehmen Sie in Anspruch, dass Ihre Mail von Mailservern weitergeleitet wird.

Besitzer eines Navigationsgeräts oder eines Smartphones sind sich meist nicht klar darüber, dass dieses mit freier Software betrieben wird (meist Unix-Derivaten).

Bei der Suchmaschinen-Recherche erhalten Sie ebenfalls sehr wertvolle Dienste, die Sie nichts kosten; und „Facebook ist kostenlos“ ist eines der Credos, die permanent wiederholt werden.

Open Source Software wie z.B. Joomla, WordPress, aber auch freigegebene JavaScript-Programme, die Kontrolle Ihres kostenlosen E-Mail-Accounts – all dies ist im Internet nicht nur üblich, sondern eben auch unvermeidlich.

Es kann sogar das Sprungbrett zum Erfolg sein, wie im Fall der Firma Google, die von Anfang an massiv auf freie Software (Linux) setzte.

Grafik-Formate (wie z.B. das Foto-Format „JPG“) oder das Musikformat „MP3“ werden weltweit von Verbrauchern eingesetzt, obwohl – oft hinter den Kulissen – erbitterte Machtkämpfe um die behaupteten oder tatsächlichen Rechte daran toben.

De facto werden sie inzwischen von jedermann benutzt und sind, gefühltermaßen, Kulturgut. Frei verfügbar.

Diese Formate einzusetzen, diese Software zu administrieren, anzupassen, einzustellen – kurz: sie Ihnen dienstbar zu machen, ist aber immer noch Arbeit. Einen Mailserver für Sie aufzusetzen, mag keine Software-Kosten erzeugen; die Arbeitszeit wird aber natürlich berechnet.

Als Ihr Dienstleister im Internet setzt eine Agentur diese Dienste für Sie ein und orientiert sich dabei am Branchenüblichen. Häufig ändert sich dabei die Rechtslage oder die Vertrags-Situation klammheimlich, ohne dass dies absehbar ist.

Facebook und Google ändern immer wieder die Richtlinien für einzelne ihrer Produkte. Deutsche Gerichte erklären immer wieder einmal Dinge für rechtswidrig, die bis dato im Internet – weltweit – üblich, normal und akzeptiert sind. Ein Beispiel gab vor Jahren die Erklärung eines Münchener Gerichtes, Internet-Auktionen seien grundsätzlich „rechtlich nicht bindend“ – obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Milliarden Dollar (und Euro) in Auktionsplattformen umgesetzt worden waren, und deren Kunden sich durchaus rechtlich verpflichtet gefühlt hatten.

In diesem Spannungsfeld arbeiten Internet-Agenturen unter massiven rechtlichen Risiken, die schon mit dem Stichwort „Dog Law“ beschrieben wurden: ob ein Verstoß vorliegt oder nicht, erfährt man immer erst, wenn es weh tut – das heißt, wenn irgendjemand Geld verlangt.

Zuletzt war die Gemeinde der Internet-Agenturen von Googles Ankündigung aufgeschreckt worden, für seinen Karten-Dienst „Google Maps“ Geld zu verlangen; wobei sich dann heraus stellte, dass die bloße Einbindung des Service in einen Internet-Auftritt kostenfrei bleiben sollte.

Rechts-Sicherheit zu schaffen, ist hier gar nicht das Bestreben der Politik. Im Gegenteil arbeiten viele Lobbies daran, die Rechtslage so unsicher zu halten, dass sie manipulierbar bleibt.

Dies ist kein politischer Text – Sie als Kunde sollten nur bedenken, dass die Teilnahme am Internet ein rechtliches Risiko ist, gegen das Sie auch eine Anwaltskanzlei nicht absichern kann, eben weil die Rechtslage unklar ist.

Der Auftrag, eine Facebookseite (oder die eines vergleichbaren Internet-Dienstes) einzurichten, ein Blog aufzusetzen, Joomla, Typo3 oder ähnliche Systeme zu nutzen, ja, selbst eine JPG-Grafik mit GIMP zu erstellen – all dies berührt Fremdrechte.

Dies ist auch durchaus keine rein akademische Erwägung; kurz nach Einführung der „Impressumspflicht“ in Deutschland wurden zahllose Unternehmen abgemahnt, deren „Web-Impressum“ angeblich Informations-Pflichten verletzte. Häufig war die Information verfügbar und konnte zuverlässig auch von Intelligenz-Geminderten gefunden werden – dass trotzdem eine krude Formalie verletzt sei, war zunächst umstritten. Als der Bundesgerichtshof klarstellte, dass die Adress-Informationen ebenso zulässig unter dem Schalter „Kontakt“ (und nicht nur unter „Impressum“) abgerufen werden durften, hatten schon zahllose Firmen bezahlt.

Viele dieser Unternehmen waren reguläre bürgerliche Betriebe, die ihre Adresse angegeben hatten; viele waren Bürger, denen es nicht im Traum eingefallen wäre, dass Ihre Hobby-Seite geschäftlicher Angaben bedürfte.

Sie wurden erschreckt mit einer „Strafdrohung“ von EUR 50.000.-, die tatsächlich so im Gesetz steht.

Was an Destruktivität und Dummheit kaum zu überbieten ist. Denn schon lange vor dieser Zeit saßen (und sitzen) die wirklichen Internet-Verbrecher in Ländern, die sich um Verfügungen westlicher Gerichte recht wenig scheren.

Ganz abgesehen davon, dass eine deutsche Webseite auf einem deutschen Server, die Gesetzen widerspricht, ohne große Mühe abschaltbar ist, was ja auch immer wieder geschieht.

Tatsache ist, dass jede Unternehmung im Internet sich in einem rechtsfreien Raum befindet, solange nicht Rechtssicherheit geschaffen wird; und dies geschieht nicht, weil viel zu viele Unternehmen aus dem Grau-Bereich bestens an dieser Unsicherheit verdienen.

Die Unternehmung „Vermehrfachung“ bemüht sich von Anfang an um strenge Rechtstreue. Insbesondere ist die Schaffung von Inhalten durchweg eine originäre, kreative Eigenarbeit: das heißt, Inhalte werden grundsätzlich nicht von Dritten übernommen. Größte Mühe wird auf Originalität und Unverwechselbarkeit gelegt, um markenrechtliche Konflikte zu vermeiden. Soweit freie oder „kostenlose“ Dienste zum Einsatz kommen, wird regelmäßig geprüft, ob Probleme bekannt sind.

Eine Garantie kann man nicht abgeben. Man kann nur Grundsätze wahren. Diese haben sich in fünfzehn Jahren beruflicher Arbeit mit dem Internet wie folgt herauskristallisiert:

1) Verkaufe nichts, was du kostenlos erhalten hast.
2) Mache so viel wie möglich selbst.
3) Bevorzuge offene Standards und freie Software.
4) Bleibe positiv: stelle nur Inhalte ins Netz, die nützlich, wahr, sinnvoll und freundlich sind.
5) Webseiten sollen eine Bereicherung des Internet und ein Mehrwert für den Leser sein.

Zu diesen Grundsätzen steht die Agentur durchweg; aber eine Garantie für Rechts-Sicherheit abzugeben, ist unmöglich. Darum weist die Vermehrfachung Internet Agentur Ihre Kunden auf die Rechts-Unsicherheit hin – und empfiehlt Ihnen gern eine kompetente Anwaltskanzlei.

 

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